Giese
und
Schweiger

Hugo Darnaut

1851 Dessau - 1937 Merkenstein

Hugo Darnaut, Sohn eines Hofschauspielers und Malers, kam mit achtzehn Jahren nach Wien und absolvierte bei dem Hoftheatermaler Heinrich Burghart eine Lehre. 1871 und 1872 studierte er an der Wiener Akademie bei Eduard Lichtenfels, von 1873 bis 1876 hielt er sich in Düsseldorf auf. Seine Lehrer waren Andreas Achenbach, Robert Meyerheim und Johannes Wortmann. Nach dieser Studienzeit kehrte Darnaut nach Wien zurück. 1877 wurde er Mitglied des Künstlerhauses, dessen Präsident er später - von 1913 bis 1918 - war. 44jährig ging er noch für ein Jahr nach Karlsruhe um bei Gustav Schönleber Unterricht zu nehmen. Eine Reihe von Ehrenmitgliedschaften und Preisen würdigten den Künstler und sein Werk. Hugo Darnaut war Landschafter und ein bedeutender Vertreter der österreichischen Stimmungsmalerei. Im Gegensatz zu Emil Jakob Schindler und seinem Kreis - zentrales Anliegen dieser Künstler war das Vermitteln von Licht-, Luft- und Farbstimmungen - ist für Darnaut das Motiv Ausgangspunkt, die übrigen bildgestaltenden Faktoren haben unterstützende Funktion. Charakteristisch für seine Bilder ist das Moment der Idylle, Waldlandschaften, Motive aus Ober- und Niederösterreich, Tirol und den Karpaten boten ihm hierfür eine reiche Motivwelt. In seinen späten Landschaften entwickelte sich sein Stil zu "samtiger Breite". Darnauts stimmungsvolle Landschaftsmalerei fand bereits zu Lebzeiten des Künstlers große Akzeptanz.

Literatur

L. Hevesi, Österreichische Malerei im neunzehnten Jahrhundert, Leipzig 1903, S. 263; H. Mlnarik, Hugo Darnaut. 1850 - 1937, Diplomarbeit, Wien 1993; Natürlichere Natur. Österreichische Malerei des Stimmungsrealismus, Kunsthaus Mürzzuschlag 1994, S. 242ff; Nachschlagewerke: Thieme-Becker, Vollmer, Bénézit, Boetticher, Schmidt, Busse Nr. 18776