Giese
und
Schweiger

Anton Faistauer

1887 St. Martin/Lofer - 1930 Wien

Anton Faistauer war ein überaus vielseitiger Künstler. Er war Historien-, Porträt-, Landschafts- und Stilllebenmaler, Lithograph, Entwurfzeichner für Bühnenbilder und Bilderteppiche, Freskomaler und auch Kunstschriftsteller. 1905 trat er in Wien in die Malschule Scheffer ein, wechselte aber bereits 1906 an die Akademie und studierte bei Griepenkerl. 1909 - im selben Jahr verließ er auch die Akademie - gründete er gemeinsam mit Schiele, Andersen, Kolig und Wiegele die "Neukunstgruppe". 1918 war er in Salzburg gemeinsam mit Felix Albrecht Harta Initiator der progressiven Künstlervereinigung "Wassermann". In den 20er Jahren arbeitete der Künstler auch als Freskant. 1922 gestaltete er die Pfarrkirche in Morzg/Salzburg und 1926 die Vorhalle des Salzburger Festspielhauses. Ausgehend vom Wiener Secessionismus, wird in Faistauers Arbeiten sehr bald - durch das Seherlebnis Tizian und Tintoretto - eine dunkle, schwere Farbigkeit bestimmend. Gleichzeitig wirkt die Auseinandersetzung mit der Kunst Cézannes befruchtend. In der Mitte des zweiten Jahrzehnts hellt sich die Palette zu Blau hin auf. Der Stil der 20er Jahre zeigt eine reich differenzierte Farbigkeit, die in "weichen Valeurs von teils emailartigen, teils samtigen Wirkungen" Umrisse verschwimmen läßt. Ab 1922 kommt es zu einer Formverfestigung und zur Ausprägung eines linearen Stils, die Farbe bleibt weiter wichtig. 1923 erschien Faistauers Buch "Neue Malerei in Österreich", in dem sich der Künstler mit der zeitgenössischen, österreichischen Malerei auseinandersetzte.

Literatur

A. Roessler, Der Maler Anton Faistauer. Beiträge zur Lebens- und Schaffensgeschichte eines österreichischen Künstlers, Wien 1947; F. Fuhrmann, Anton Faistauer. 1887 - 1930, mit einem Werkverzeichnis der Gemälde, Salzburg 1972, mit Lit.; H. Giese, Ordnung, Maß und Weltbauform. Anton Faistauer zum Gedenken, in: Parnass, Heft 2, Wien 1994, S. 40ff; Nikolaus Schaffer, Anton Faistauer 1887-1930, Salzburger Museum Carolino Augusteum, Salzburg 2005; Kunst des 20.J ahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. I, Wien 1993, S. 209ff, mit Lit.