Giese
und
Schweiger

Rudolf von Alt

1812 Wien - 1905 Wien

Rudolf von Alt, Sohn des Jakob und Bruder des Franz Alt, war zunächst Schüler seines Vaters. Ab 1826 studierte er an der Wiener Akademie. Die Zusammenarbeit mit dem Vater blieb weiter bestehen. So schufen sie im Auftrag des Erzherzogs Ferdinand zwischen 1833 und 1844 eine umfangreiche Serie von Guckkasten-Bildern. Gemeinsam unternahmen sie Studienwanderungen. Salzburg, Bayern, Tirol und Oberitalien waren die Stationen. 1833 lernte er Venedig kennen, 1835 Rom und Neapel. Bis ins hohe Alter absolvierte er ausgedehnte Arbeitsreisen. Alt erhielt viele offizielle Aufträge, die ihm zahlreiche Titel und Ehrungen einbrachten. So aquarellierte er für die Sammlung der Akademie bedeutende historische Bauwerke. Er war Gründungsmitglied des Wiener Künstlerhauses, ab 1874 dessen Präsident und später Ehrenpräsident der 1897 gegründeten Secession. Alts Oeuvre umfaßt etwa 5000 Werke, größtenteils Aquarelle, die topographisch genaue Ansichten zeigen. Seine Ölbilder entstanden zumeist während der Wintermonate im Atelier. Alt gilt wohl als der bedeutendste Aquarellist des 19. Jahrhunderts.

Literatur

A. Roessler, Rudolf von Alt, Wien 1909; L. Hevesi / K. M. Kuzmany, Rudolf von Alt. Sein Leben und sein Werk, Wien 1911; A. Roessler, Rudolf von Alt, Leipzig 1921; W. Koschatzky, Rudolf von Alt, Salzburg 1975; W. Koschatzky, Rudolf von Alt, Wien 2001; Ausst-Kat. Rudolf von Alt, Albertina 2005; Ausst.-Kat. Jakob und Rudolf von Alt im Auftrag des Kaisers, Klaus Albrecht Schröder, Maria Luise Sternath (Hrsg.), Albertina, Wien 2010; Ausst.-Kat."Rudolf von Alt: Genial, lebhaft, natürlich und wahr. Der Münchner Bestand und seine Provenienz", Staatliche Graphische Sammlung München, hrsg. von Andreas Strobl, Berlin München 2015; Marianne Hussl-Hörmann (Hrsg.): "Rudolf von Alt. Die Ölgemälde. Werkverzeichnis.", Wien 2011; Nachschlagewerke: Wurzbach, Boetticher, Thieme-Becker