Giese
und
Schweiger

Otto Muehl

1925 Grodnau/Burgenland - 2013 Moncarapacho/Portugal

Absolviert nach dem Zweiten Weltkrieg ein Lehramtsstudium für Germanistik und Geschichte. Ab 1952 Studium der Kunstpädagogik an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1958 arbeitet er als Zeichentherapeut in einem Heim für behinderte Kinder. 1960 lernt er Günter Brus kennen. Muehl beginnt sich mit Aktionsmalerei zu beschäftigen und entwickelt Materialbilder (...) und Gerümpelskulpturen (...). Das Undergroundereignis, "Blutorgel" (Manifest "Die Blutorgel"), gemeinsam mit Hermann Nitsch und Adolf Frohner 1962 veranstaltet, wird zum ersten Höhepunkt der Wiener Aktionskunst. Begründung des "Wiener Aktionismus" (mit Brus, Nitsch und Rudolf Schwarzkogler). 1963 findet die 1. Aktion statt, der zahlreiche Aktionen und Aktionsfilme folgen (...), teilweise in Zusammenarbeit mit dem Avantgardefilmer Kurt Kren. Mit Oswald Wiener entsteht 1966/67 ZOCK, 1968 folgt 'Kunst und Revolution'. 1970/71 Gründung der Aktions-Analytischen-Kommune ("AAO-Kommune-Friedrichshof" im Burgenland). 1991 bricht die Kommunenstruktur zusammen. Muehl wird wegen Verführung und Missbrauch Minderjähriger zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Literatur

O. Muehl, Weg aus dem Sumpf, Nürnberg 1977; o.muehl, ZOCK. aspekte einer totalrevolution, hektographiert hrsg. v. Franz Knödel, München, August 1971; Peter Noever (Hrsg.): „Otto Muehl. Leben / Kunst / Werk. Aktion Utopie Malerei 1960-2004“, Katalog zur Ausstellung 3. März 2004 bis 31. Mai 2004 im MAK, Köln 2004, mit Literaturangaben