Giese
und
Schweiger

Josef Mikl

1929 Wien - 2008 Wien

Josef Mikl, geboren 1929, besuchte von 1946-48 die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Anschließend folgte bis 1955 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse Josef Dobrowskys. Zusammen mit seinem Studienkollegen Wolfgang Hollegha sowie Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Ernst Fuchs, Anton Lehmden und Arik Brauer gründete er 1950 die „Hundsgruppe“ als progressives Sammelbecken für junge KünstlerInnen. Im folgenden Jahr trat er der Österreichischen Sektion des Internationalen Art-Club bei. Mikls Frühwerk kennzeichnet die Auseinandersetzung mit Maschinenwesen und konstruktiv-geometrischen Abstraktionen. Erste internationale Ausstellungserfolge waren die Teilnahmen an den Biennalen von Venedig und São Paulo im Jahr 1954. Im Folgejahr lernte Mikl den Gründer der Galerie St. Stephan und Förderer der abstrakten Avantgarde Monsignore Otto Mauer kennen. 1956 gründete er mit Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha und Markus Prachensky die „Gruppe St. Stephan“, die ihre Heimstätte in der gleichnamigen Galerie fand. Zeitgleich erfolgte eine Hinwendung zum Informel. 1957 wurde Mikl Mitglied der Wiener Secession und 1959 begann er die Arbeit an 16 Glasfenstern für die Friedenskirche in Hiroshima. Es folgten wichtige Ausstellungsbeteiligungen wie die Teilnahme an der documenta 1964 und 1977 sowie an der Biennale in Venedig 1968. Im Jahr 1969 wurde Mikl als Professor an die Wiener Akademie der bildenden Künste berufen, wo er von 1972-97 die Meisterschule für Naturstudien leitete. Als Kontrapunkt zu seinen gestisch-abstrakten Werken kehrte er ab den 1970er Jahren vermehrt zur Stilllebenmalerei zurück. Josef Mikl verstarb 2008 in Wien.

Literatur

Josef Mikl. Arbeiten 1980-1987 (mit einer Einleitung von Artur Rosenauer), Wien 1988; Josef Mikl, Arbeiten 1988-1993 (mit einer Einleitung von Artur Rosenauer), Wien 1993; Josef Mikl. Deckenbild und Wandbilder, Großer Redoutensaal, Wiener Hofburg 1994-1997 (mit Texten von Artur Rosenauer und Otto Breicha), Wien 1997