Giese
und
Schweiger

Joseph Selleny

1824 Wien - 1875 Wien

Joseph Selleny besuchte ab 1842 die von Thomas Ender geleitete Klasse für Landschaftsmalerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Ab 1846 stellte er an der Wiener Akademie zu St. Anna aus, 1854 wurde ihm in Anerkennung seiner Fähigkeiten ein kaiserliches Reisestipendium für Italien zuteil, das künstlerisch für ihn sehr ergiebig war. Auf Basis der von Thomas Ender mit höchsten Ansprüchen gelehrten Naturbeobachtung in puncto Zeichnung und Farbe konnte sich das ausgeprägte künstlerische Temperament Sellenys voll entfalten. Auf Empfehlung des Naturforschers Alexander von Humboldt engagierte Erzherzog Ferdinand Max Selleny als Expeditionsmaler für die österreichische Erdumsegelung mit der Fregatte "Novara" von 1857 bis 1859. Die bedeutenden naturwissenschaftlichen Ergebnisse wurden unter der Leitung Karl von Scherzers in 18 Quartbänden und mit zahlreichen Illustrationen Sellenys publiziert. Nach der Weltumsegelung begleitete Selleny 1859 Erzherzog Max Ferdinand (späterer Kaiser Maximilian von Mexiko) auch auf seiner Brasilienreise. Insgesamt wurde Selleny neunmal mit hohen Auszeichnungen geehrt, darunter der Kaiserpreis und der mexikanische Guadeloupe-Orden sowie die Aufnahme als Mitglied in die kaiserliche Akademie der bildenden Künste. Aufgrund der Wertschätzung durch die kaiserliche Familie durfte er Kronprinz Rudolph Malunterricht erteilen. Als Vorstand der Wiener Künstlerhaus-Genossenschaft eröffnete Selleny 1868 das neu erbaute Künstlerhaus. Im November 1875 veranstaltete das Künstlerhaus in Gedenken an Selleny eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke.

Literatur

Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kasierthums Österreich; Thieme-Becker; Bestandkatalog 19. Jahrhundert der Österr. Galerie Belvedere