Giese
und
Schweiger

Erich Heckel

1883 Döbeln - 1970 Radolfzell am Bodensee

Bereits während seiner Schulzeit in Chemnitz lernte Erich Heckel den späteren Maler Karl Schmidt-Rottluff kennen und freundete sich mit ihm an. Ein 1904 begonnenes Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Dresden blieb ein kurzes Intermezzo, denn 1905 gründete er bereits gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft "Die Brücke“. In diesem und im folgenden Jahr verbrachte Heckel die Sommermonate gemeinsam mit Schmidt-Rottluff in Dangast (Nordsee) und 1909 und 1910 mit Kirchner und Max Pechstein an den Moritzburger Teichen bei Dresden. 1911 folgte der Umzug aller "Brücke"-Mitglieder nach Berlin, wo Heckel in das Atelier von Otto Müller zog. 1912 nahm er gemeinsam mit der "Brücke" an der Kölner Sonderbundausstellung teil. Nach der Auflösung der Künstlergemeinschaft fand 1913 Heckels erste Einzelausstellung bei Fritz Gurlitt in Berlin statt. Ebenfalls verbrachte der Künstler ab diesem Jahr die Sommer- und Herbstmonate an der Flensburger Förde und beteiligte sich 1914 an der Kölner Werkbundausstellung. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Sanitäter für das Rote Kreuz in Flandern und lernte Max Beckmann kennen. Es entstanden Holzschnitte und Lithografien wie "Verwundeter Matrose" (1915) und das Werk "Madonna von Ostende" (1915). Zurück in Berlin beteiligte sich Erich Heckel an Ausstellungen der "Novembergruppe" und wird Gründungsmitglied im "Arbeitsrat für Kunst". Außerdem unternahm er einige Reisen durch Europa. Von den Nationalsozialisten erhielt Heckel Ausstellungsverbot und seine Werke wurden als "entartet" tituliert, hunderte seiner Gemälde in deutschen Museen beschlagnahmt. 1944 zerstörte ein Bombentreffer das Berliner Atelier. Heckel flüchtete zunächst an die Flensburger Förde, wo zahlreiche Aquarelle entstanden, von 1949 bis 1955 hatte er in Karlsruhe an der Hochschule für Bildende Künste eine Professur inne. 1955 nahm er an der "documenta I" in Kassel teil und erhielt im folgenden Jahr das große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, sowie 1957 den Kunstpreis der Stadt Berlin und 1967 den "Orden pour la Mérite".