Giese
und
Schweiger

Elke Krystufek

1970 Wien - lebt und arbeitet in Wien

Elke Krystufek studierte bei Arnulf Rainer an der Akademie der bildenden Künste Wien von 1988 bis 1993. Seit dem Teenageralter dokumentiert und inszeniert Krystufek ihr Leben in Malerei, Fotografie und Film. Ihre Arbeit ist ein Forschungsprojekt, das von Strategien in der Bildenden Kunst, Literatur und Mode inspiriert ist, wie zum Beispiel von dem Künstler Josef Albers, dem Schriftsteller H.G. Wells und der Designerin Cathy Pill. Nie ist eindeutig festzustellen, ob sich die Künstlerin in ihren Werken von ihrer privaten Seite zeigt, oder ob es sich um Inszenierungen handelt: Ihre Arbeiten ermöglichen einerseits persönliche und intime Einblicke, andererseits zeigt sie sich immer wieder als Kunstfigur – häufig als Star, verkleidet in selbst entworfenen Kostümen und schrillen Perücken. Ihr Alter Ego lebt in einer chaotischen, trashigen Welt, in der es sämtlichen Phänomenen der Popkultur ausgeliefert ist. Dafür bedient Krystufek sich der englischen Sprache – in Textpassagen auf ihren Malereien und Collagen oder als Kommunikationsmittel in ihren Performances, deren Themen häufig um Genderfragen und Voyeurismus kreisen. Als Shootingstar in der Kunstwelt vertritt die Künstlerin 28-jährig Österreich auf der Biennale in São Paolo (1998); in den folgenden Jahren unterrichtet sie auch an verschiedenen Kunstakademien: Kunstuniversität Linz (Gastprofessur 2001–2002), Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (Gastprofessur 2005–2006), Akademie der Bildenden Künste Wien (Professur 2005–2006). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien.

Literatur

Paulo Herkenhoff, „Elke Krystufek – Fremde in ihrem eigenen Bett“, in: Katalog Elke Krystufek – Nobody has to know, Portikus, Frankfurt/M. 2000, S. 15-27.