Giese
und
Schweiger

Marc Adrian

1930 Wien - 2008 Wien

Der Wiener Künstler Marc Adrian (1930–2008) lernte neben seinem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste unter Fritz Wotruba auch an der Accademia Brera in Mailand und der Académie de la Grande Chaumiére in Paris; außerdem studierte ab 1965 Wahrnehmungspsychologie an der Universität in Wien. Ab 1967 experimentierte Marc Adrian vermehrt mit optischen und sprachlichen Dispersionen. Er erhielt mehrere Lehraufträge – so war er Professor für Malerei und Ästhetische Theorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und Gastprofessor an der Akademie der bildenden Künste und der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Das Interesse des Künstlers an den Wahrnehmungsprozessen des Menschen und den dynamischen Abläufen zwischen Sehen und Denken bildeten den Anstoß für seine ab den 1950er Jahren entstandenen Hinterglasmontagen. Beeinflusst von seinem Lehrer, Fritz Wotruba, widmete sich Marc Adrian der Bewegung in der Kunst. Seine Arbeiten am Strukturfilm sind auf seine Studien zur Wahrnehmungspsychologie zurückzuführen. Diese frühen Arbeiten, die zunächst gemeinsam mit Ferry Radax entstanden sind, gelten als Pionierleistungen des österreichischen abstrakten Films. Auch das neue Bildmedium Computer spielte im Oeuvre des Künstlers eine tragende Rolle. Er entwickelte über das Betriebssystem des Computers Schriftbilder per Zufallsgenerator umso Bildkompositionen zu generieren. Was Adrian besonders auszeichnete, war die stets gesellschaftskritische Ausdeutung künstlerischer Medien, die durch die Verwendung von medial vermittelten Bildern in ihrer Relation zueinander hinterfragt wurden.

Literatur

Otto Mörth, Marc Adrian. Das filmische Werk, Wien 1999; Ausst.-Kat. Marc Adrian, Neue Galerie Graz, Klagenfurt 2007; Agnes Husslein-Arco, Cornelia Cabuk, Harald Krejc (Hrsg.), Marc Adrian – Film, Kunst, Medien, Monographie und Werkverzeichnis, Klagenfurt 2016