Giese
und
Schweiger

Hubert Scheibl

1952 Gmunden

Hubert Scheibl schloss 1981 sein Studium bei Max Weiler und Arnulf Rainer an der Wiener Akademie der bildenden Künste ab. In den 1980er-Jahren zählte er zu den österreichischen Neuen Wilden, die mit großformatigen Bildern und einer unmittelbaren, individuellen Gestaltungsweise einem neuen Malereibewusstsein den Weg bereiteten. Scheibl ging von Beginn an den Weg der Abstraktion – ähnlich wie Hubert Damisch, Herbert Brandl oder Otto Zitko – und nicht den Weg des Gegenständlichen wie Hubert Schmalix, Siegfried Anzinger oder Alois Mosbacher. Teilnahmen wie jene an der Biennale von São Paulo 1985, an der legendären Ausstellung "Hacken im Eis" des Museums des 20.Jahrhunderts Wien 1986 oder an der Biennale in Venedig 1988 machten Scheibl einem größeren Publikum zum Begriff. Heute zählt er zu den wichtigsten Vertretern abstrakter Malerei in Österreich. Schon ab Mitte der 1980er Jahre zeigt Scheibls Malerei Tendenzen zur Monochromie. Im Laufe der Jahre verstärken sich Risse und Rauheiten in den Farbschichten und lassen darunter Liegendes immer mehr durchschimmern. Malerei ist bei Scheibl Ergebnis eines intensiv kreativen Prozesses. Er kreiert neue Räume und Sphären, die es nur innerhalb der Malerei gibt und keine Abbildungen einer vorhandenen Realität bzw. Naturabstraktionen. Bilder werden zu Erweiterungen der sichtbaren Welt und eröffnen neue Wahrnehmungsdimensionen. Umfangreiche Einzelausstellungen seines Schaffens fanden 2016 in der Österreichischen Galerie Belvedere sowie 2021 in der Albertina in Wien statt.

Literatur

Ausst.-Kat. "Hubert Scheibl, Seeds of Time", Albertina Wien, 2021