Giese
und
Schweiger

Franz Rumpler

1848 Tachau/Bohemia - 1922 Klosterneuburg (Vienna)

Durch Vermittlung des Kardinals Fürst Schwarzenberg und des Fürsten Windischgrätz kam Franz Rumpler nach Wien, wo er an der Akademie bei Carl Wurzinger und Eduard von Engerth studierte. 1875 bereiste er mit Hans Makart Italien und ein Stipendium des Kunsthändlers Charles Sedelmeyer ermöglichte ihm 1879 einen Frankreich-Aufenthalt. Ab 1885 betätigte er sich als Lehrer an der Akademie, von 1889 bis 1919 war er Leiter einer Spezialschule für Historienmalerei. In den 70er und 80er Jahren malte er vor allem Genrebilder. In Paris stand er unter dem Eindruck der "paysage intime" der Schule von Barbizon, auch war die Kunst Pettenkofens, den Rumpler 1884 kennenlernte, von nachhaltiger Wirkung. Es kam zu einer Aufhellung der Palette. Seit den 90er Jahren trat das Erzählende und Dekorative in seinen Gemälden zurück, die impressionistische Naturstudie wurde vorherrschend. Viele kleine, malerisch sehr reizvolle Ölskizzen waren das Ergebnis, die oft pittoreske Ausschnitte eines Gartenwinkels, eines Blumenarrangements, eines Bauerngehöftes oder eines Zimmers zeigen. Im Jahre 1897 veranstaltete der Wiener Kunstsalon Miethke eine Kollektivausstellung, 1917 wurden Arbeiten in einer Atelierausstellung der Akademie gezeigt, 1924 fand eine Gedächtnisausstellung im Wiener Künstlerhaus statt.

Literature

L.Hevesi, Österreichische Kunst im neunzehnten Jahrhundert, Leipzig 1903, S.236ff; W.Born, Franz Rumpler, in: Gesamtnachlaß des Malers Franz Rumpler, Dorotheum, Wien 1931; Nachschlagewerke: Wurzbach, Thieme-Becker, Müller-Singer, Bénézit, Boetticher, Busse Nr.69821