Cecil van Haanen 1844 Wien -1914 Wien
Venezianisches Modell, um 1890
Öl auf Leinwand
85,5 x 58 cm
Literatur
Ausstellungskatalog Giese & Schweiger, Entlang der Natur, Wien 2011, Kat.Nr. 14
Es ist nur schwer möglich, einen Halbakt „sittsamer“ wirken zu lassen. Der gesenkte Blick, der seitwärts gerichtete Kopf, die Körperhaltung wie die Haltung der Hände – alles spricht von Zurückhaltung,...
Es ist nur schwer möglich, einen Halbakt „sittsamer“ wirken zu lassen. Der gesenkte Blick, der seitwärts gerichtete Kopf, die Körperhaltung wie die Haltung der Hände – alles spricht von Zurückhaltung, Bescheidenheit, Verinnerlichung der Dargestellten. Einzig das schwarze Halsband – eine farbliche Antwort auf das Haupthaar – verleiht dem Bild einen Anflug von Pikanterie. Sonst ist alles darauf ausgerichtet, Schönheit zum Inhalt von Kunst zu machen, und zu zeigen wie man Haut zum Thema macht und schwarzes Haar und Unschuld. Nacktheit ist hier auch Synonym für Wahrheit. Hier mündet die Suche nach der Wirklichkeit in der Überzeugung, diese auch tatsächlich gefunden zu haben. Verbunden ist das ganze mit einer unglaublichen Malkultur, einem fein empfindenden, auf jede Nuance Rücksicht nehmenden malerischen Zugang, der weit über technische Brillanz hinausreicht.