Josef Feid besuchte zunächst an der Wiener Akademie die Architekturschule bei Peter Nobile, wandte sich aber bald der Landschaftsmalerei zu. Seine Motive fand er in der Umgebung Wiens, im Salzkammergut, auf seinen Reisen durch Salzburg, Oberösterreich und Tirol. Der Künstler war mit Friedrich Gauermann befreundet, der mitunter die Staffage in Feids Bilder malte. Bereits ab 1828 stellte er bei den akademischen Ausstellungen aus, 1849 wurde er dann Mitglied der Akademie. Ab 1850 beschickte er regelmäßig die Ausstellungen des Österreichischen Kunstvereins. Seine Landschaftsaufnahmen sind nicht mehr idealisiert und komponiert - wie dies noch eine Generation früher üblich war -, eine neue Naturauffassung tritt in den Vordergrund. Das tatsächlich vorhandene Motiv, die Wirklichkeit, die optische wie die stimmungshafte, wiederzugeben, ist das Ziel. Die genaue Beobachtung, die präzise und doch stimmungsvolle Erfassung des Gesehenen charakterisieren die neue Naturauffassung. Josef Feid, ein "Waldmensch aus dem Wienerwald" - wie ihn Ludwig Hevesi bezeichnet - sucht zumeist das Intime seines Motivs und kann sich so verstärkt den Einzelheiten widmen. Bei aller Detailfreude gelingt es dem Künstler dennoch auch die Atmosphäre "des heimatlichen Baumschlages und die topographischen Heimlichkeiten" einfühlsam zu vermitteln.
