Johann August Heinrich 1794 Dresden-1822 Innsbruck
Literatur
Heinrich Schwarz, "August Heinrich und die geistigen Voraussetzungen seiner Malerei", in: Jahrbuch der Österreichischen Galerie "Amicis", Wien 1926, überarbeiteter Wiederabdruck in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, Jahrgang 4, Nr. 46-48, Okt. - Dez. 1960, p. 2ff, Abb. 2; Gode Krämer, "Der Maler und Zeichner August Heinrich", Karlsruhe, 1979, Werkverzeichnis Kat. Nr. 4, Abb. 19; Ausst.-Kat.: "Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15", Sabine Graber u.a., Österr. Galerie Belvedere, Wien 2015, Tafel 103Ausstellungen
Leihgabe an die Österreichische Galerie Belvedere 1961 - 1962; "Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15", Sabine Graber u.a., Österr. Galerie Belvedere, Wien 2015Provenienz
Carl Gerold (ab 1818) und dessen Nachfahren (Lili Rechinger, Wien; Privatbesitz, Wien)Ein kostbares und seltenes Zeugnis für die große Zäsur nach 1800 und eine frische, von geltenden Klischees befreite Sicht auf die Landschaft sind zwei 1818 entstandene Ölbilder mit Wiener Motiven von Johann August Heinrich (1794–1822):
Aufgrund seiner kurzen, aber umso bedeutenderen Schaffenszeit ist das zahlenmäßig übersichtliche Oeuvre Heinrichs auf wenige Museen international verteilt. Um die vorliegenden Ölgemälde ritterte auch schon die Österreichische Galerie Belvedere. Für einige Zeit befanden sie sich dort als Leihgabe, waren jedoch seit ihrer Entstehung und bis heute fest im Besitz jener Familie verankert, die einst den jungen, aus Dresden gebürtigen Künstler aufgenommen und unterstützt hatte.Seine Werke bestechen durch einen realitätsnahen, luziden Blick auf die landschaftlichen Gegebenheiten mit ihren Verschränkungen von Natur und Zivilisation. Die Wiedergabe des Gesehenen ist präzise, ohne sich in Details zu verlieren und vermittelt Geist - gepaart mit hoher Gesinnung - ohne zu idealisieren. Kollegen und Freunde des Künstlers in Wien - darunter Ferdinand Olivier und Julius Schnorr -schätzten die Arbeit Heinrichs hoch, seine Ausnahmeposition war klar. Wenige Jahre später (1824) war es Caspar David Friedrich in Dresden, der sich ein Werk seines ehemaligen Schülers Heinrich zum direkten Vorbild nahm.
Die Ansicht des Watzmann-Gebirgsmassivs in Friedrichs Hauptwerk „Der Watzmann“ (1824/25, Alte Nationalgalerie, Berlin) entstand eins zu eins nach einer Aquarellvorlage, die Heinrich 1820/22 gemalt hatte.
Dieses Werk Heinrichs befindet sich heute ebenso wie eines seiner raren Ölbilder im Metropolitan Museum of Art in New York.