Rudolf von Alt 1812 Wien-1905 Wien
Brautpaar im Chor der Breitenfelder Pfarrkirche in Wien, 1899
rechts unten signiert und datiert: "Rudolf v. Alt [1]899"
Aquarell auf Papier
48 x 35,5 cm
Provenienz
Bassenge Auktionen, Berlin (3. Dezember 2021, Los-Nr. 6787)
Bereits 1835 gab es Pläne, im vor den Stadtmauern Wiens gelegenen Ort Breitenfeld eine Gedächtniskirche zu Ehren des verstorbenen Kaisers Franz I. zu errichten. Aber erst 1886, als Breitenfeld inzwischen...
Bereits 1835 gab es Pläne, im vor den Stadtmauern Wiens gelegenen Ort Breitenfeld eine Gedächtniskirche zu Ehren des verstorbenen Kaisers Franz I. zu errichten. Aber erst 1886, als Breitenfeld inzwischen zum dicht bebauten Teil des Bezirks Josefstadt geworden war, konnte ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Im Jahr darauf genehmigte Kaiser Franz Joseph I. das im Stil der lombardischen Frührenaissance entworfene Siegerprojekt von Alexander Wielemans. Grundsteinlegung war 1885, am 18. Juni 1898 wurde der Bau in Anwesenheit des Kaisers feierlich geweiht. Die Kirche erlitt im Zweiten Weltkrieg 1945 schwere Bombenschäden und wurde 1947-1958 unter Verzicht auf die in unserem Aquarell dargestellte Farbigkeit des Gewölbes wieder hergestellt. Im Jahr nach ihrer Weihe gibt der 87-jährige Rudolf von Alt den Chorraum des Neubaus minutiös wieder und belebt ihn mit einer kleinen Hochzeitsgesellschaft. Ausgedehnte Reisen kommen seit diesem Jahr für den bedeutendsten österreichischen Aquarellisten des 19 Jh. nicht mehr in Frage, sodass wieder vermehrt Wiener Themen im Zentrum seines Schaffens stehen. Den Neubau der dem hl. Franziskus Seraphikus geweihten Kirche dürfte er aufmerksam verfolgt haben - seit 1841 lebte er bis zu seinem Tod in einem Haus in der nur 500 Meter entfernten Skodagasse 11. Der hochgeehrte Künstler wird 1897 Ehrenpräsident der Wiener Secession und im gleichen Jahr als "Ritter von Alt" in den Adelsstand erhoben. Er stirbt einen Monat nach Adolph von Menzel am 12. März 1905 in Wien. (Bassenge-Website)